Ehrmann - „nichts macht mich mehr an“

Warum benötigt ein Joghurt-Hersteller das Antibiotikum Chloramphenicol? Darauf hat die Firma Ehrmann bisher nicht geantwortet.

25 bayerische Mastschweineanlagen wurden von dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gesperrt, nachdem das Medikament im Urin von Schweinen bei einer Routineuntersuchung entdeckt worden war. Derzeit sind diese „Höfe“ weiterhin gesperrt; die Betreiber hatten sich von der Firma Ehrmann sog. Weißwasser, was bei der Produktion von Molkereiprodukten anfällt und noch einige Milchbestandteile enthält, kostenlos abgeholt und dem Schweinefutter beigemischt. Chloramphenicol ist seit 1994 in der Mast von Tieren, die geschlachtet werden sollen, verboten.

Besorgt muss sich der Verbraucher jedoch fragen: Schweine dürfen Chloramphenicol nicht erhalten, wieso wird es aber in der Lebensmittelgewinnung eingesetzt? Ehrmann betont, Verbraucher seien nicht gefährdet worden.

Finden wir das beruhigend?

Partei Mensch Umwelt Tierschutz - LV Bayern, 24.01.2012

 

Hundewelpen aus dem Großhandel

Nachschub für die ohnehin schon überfüllten Tierheime

 

Seit Freitag, den 20.01.2012, gibt es bei Zoo Zajac in Duisburg, laut eigener Aussage „das größte Zoofachgeschäft der Welt“, Welpen im Laden zu kaufen, obwohl selbst die Branchenvereinigung des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) den Verkauf von Hunden und Katzen ablehnt und aufgrund einer Selbstverpflichtung des Handels der Verkauf in Geschäften seit 1991 unterbunden war.

Zahlreiche Tierschutzorganisationen laufen seit Monaten Sturm gegen dieses Geschäftsgebahren von „Zoo Zajac“. Wie Sprecherin Kathrin Handschuh vom ZZF erklärte, drohen erhebliche Sozialisationsprobleme, da die Zeit im Zoofachhandel für die Hunde eine Art „Zwischenrudel“ darstellt. Aufgrund der Verhaltensstörungen ist die spätere Abschiebung in die Tierheime in vielen Fällen praktisch vorprogrammiert. Allerdings sitzen dort bereits etwa 70000 Hunde neben rund 230000 anderen Haustieren – Tendenz steigend!

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz ist der Meinung, dass lebende Tiere überhaupt nicht hinter die Ladentheke gehören. Deshalb beteiligt sich auch unser Landesverband Nordrhein-Westfalen aktiv an den Protesten in Duisburg. Niedliche Welpen, aber auch andere „süße“ Kleintiere verleiten zu Spontankäufen; viele Käufer werden weder das nötige Wissen, noch den Zeit- und Kostenaufwand kennen, geschweige denn das nötige Veranwortungsbewusstsein haben, um dem neuen Familienmitglied ein artgerechtes Leben zu bieten. Die Folge: die Tiere werden im besten Fall „vermenschlicht“, oder sie werden irgendwann an die Tierheime abgegeben oder sogar lebendig weggeworfen.

Für das Zoofachgeschäft Zajac geht es selbstverständlich nur um Eines – um den Profit. Und der wird ohne Rücksicht auf Verluste auf dem Rücken der wehrlosen Ware Haustier ausgetragen. Unser Appell: Kaufen Sie auf keinen Fall Haustiere im Geschäft. Aber auch der Kauf vom Züchter ist eine Frage wert, denn es gibt einfach zu viele arme Geschöpfe, die in den Tierheimen ihr Dasein fristen und auf eine neues liebevolles Zuhause hoffen.

Partei Mensch Umwelt Tierschutz - LV Bayern, 24.01.2012

Quelle: www.taz.de (20.01.2012)

Foto: www.istockphoto.com/WillieCole

 

HundNews: Urteil in Rumänien:"


Rumänisches Verfassungsgericht erklärt Euthanasie von Straßenhunden für verfassungswidrig

Laut TASSO e.V. ist das seit Langem geplante Gesetz zur Tötung der Straßenhunde in Rumänien mit dem schlichten Namen PL 912 am Mittwoch vom Verfassungsgericht zur Überarbeitung an die Abgeordnetenkammer zurück gewiesen worden. Das Gericht entschied in seiner Begründung, dass die Euthanasie von gesunden Hunden nicht verfassungskonform sei.

Web-Redaktion: 12.01.2012 / Quelle: Newsletter Animal Spirit / 11.01.2012
Bildmaterial: "copyright iStockphoto.com/Garry518"

 

Erfolg für bayerische Umweltschützer

Der Baubeginn der dritten Startbahn für den Flughafen München (Baukosten 1 Milliarde Euro) verschiebt sich, oder, so hoffen die betroffenen Gemeinden und Umweltschützer, der Bau wird ganz abgelehnt.

Die Staatsregierung will die anhängigen Klagen gegen das Großprojekt abwarten. Darüber freute sich Hartmut Binger, Sprecher des Anti-Startplanbündnisses „Aufgemuckt“. Über 8500 Einwendungen gegen den Bau gingen bei der Bezirksregierung ein.

Sollte sie den Bau erlauben, wollen die Gegner weitere Aktionen starten: Unter anderem wollen sie Finanzminister Georg Fahrenschon und Oberbürgermeister Christian Ude jeweils zu Hause mit einem "Fluglärmgenerator" besuchen. Und den Politikern so zeigen, was auf die Anwohner zukommt.

Partei Mensch Umwelt Tierschutz - LV Bayern, 19.01.2012

Quelle: Starnberger Merkur vom 17.01.2012; Süddeutsche.de

 

Hühner - SoylentNetwork„Tiergerecht“ ist weiter

kein Thema beim BMELV

 

Anmerkungen zu dem geplanten Gesetzentwurf des BMELV zur Eindämmung der Antibiotika-Resistenzen

In einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) vom 10.01.2012 werden die geplanten Änderungen und Verbesserungen vorgestellt, die dafür sorgen sollen, dass der Verbraucher in Zukunft besser vor der Entstehung sogenannter Antibiotika-Resistenzen geschützt wird.

Darin spricht das Ministerium vollmundig davon, dass der Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung in Zukunft auf das „notwendige Maß“, das zur gezielten Behandlung von Krankheiten nötig ist, beschränkt werden soll. Außerdem sollen den Ländern weitreichende Befugnisse an die Hand gegeben werden, um durch verstärkte Überwachung und Kontrollen Missbrauch zu verhindern.

Mit keinem Wort – lapidar wird nur von einer Verbesserung der Haltungsbedingungen gesprochen, um eine Ansteckungsgefahr untereinander zu erschweren - wird in der Pressemitteilung allerdings darauf hingewiesen, dass das wirksamste Mittel, das auch verhältnismäßig leicht zu kontrollieren sei, eine massive Reduzierung der Bestandsdichte in den Tierproduktionshallen wäre – bis mindestens hin zur bäuerlichen Landwirtschaft. Denn damit würde man endlich auch mal etwas für den Tierschutz tun. Wichtig wäre auch eine Abkehr von den derzeit verwendeten Hühnerrassen, die nur daraufhin gezüchtet wurden, möglichst viel Brustfleisch in einer möglichst kurzen Zeit zu liefern. Die etwa 30 Tage, die so ein degeneriertes Huhn bis zur Schlachtreife zu leben hat, müssen halt – auch durch den Einsatz von Antibiotika – irgendwie „durchgestanden“ werden.

Aber da mit der billig produzierten Ware „Huhn“ sehr viel Geld verdient werden kann, steht zu befürchten, dass die derzeit von Bund und Ländern diskutierte Gesetzesänderung selbst im Falle, dass sie beschlossen wird, nicht viel Erleichterung für die Tiere aber auch kaum eine Reduzierung der steigenden Antibiotika-Resistenzen bringen wird. Dazu fehlt einfach der politische Wille der Verantwortlichen: Tierrechte und ökonomischer Erfolg lassen sich halt schwer unter einen Hut bringen. Daran wird auch die „Charta für Landwirtschaft und Verbraucher“, die auf der Grünen Woche in Berlin vorgestellt werden soll, nichts ändern. Denn um zu erkennen, dass es für Niemanden gut geschweige denn gesund sein kann, die Nutztiere auf engstem Raum qualvoll einzupferchen, braucht man eigentlich nur ein bisschen gesunden Menschenverstand.

Partei Mensch Umwelt Tierschutz – LV Bayern, 14.01.2012

Bildmaterial: "© www.soylent-network.com"

 
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