E10 – die „Biosprit-Lüge“ geht weiter!

Ernüchternde Bilanz des Umweltinstitut München e.V.

Vor gut einem Jahr wurde der Agro-Kraftstoff E 10 eingeführt. Geredet wurde in dem vergangenen Jahr viel, meistens ging es dabei allerdings nur darum, ob unsere Motoren den Sprit vertragen. Nur vereinzelt wurde das Thema Umweltverträglichkeit angerissen, obwohl doch der Name „Biosprit“ bereits suggerieren soll, dass wir der Umwelt etwas Gutes tun, wenn wir E 10 tanken. Falsch gedacht!

Für den Agrosprit werden Millionen Hektar zusätzlicher Ackerflächen geschaffen, mit der Folge, dass immer weniger Flächen für den Anbau von Nahrungsmitteln bleiben und durch die Verknappung pflanzlicher Nahrung und dem unaufhaltsamen Anstieg der Preise an den Börsen der Hunger unter den Ärmsten in der Welt weiter steigt. Der weitestgehend unkontrollierte Einsatz giftiger Pestizide in den Anbauländern von Soja- und Palmöl hat einen massiven Einfluss auf die Gesundheit der Menschen in den Anbaugebieten und schädigt – gerade das Grundwasser – in diesen Regionen auf unabsehbare Zeit. Durch die immensen Rodungen der Regenwälder wird zum Einen der Treibhaus-Effekt massiv verstärkt, zum Anderen wird die indigene Bevölkerung rücksichtslos und zum Teil mit Gewalt aus ihren angestammten Lebensräumen vertrieben, ganz zu schweigen von den Auswirkungen auf die Tierwelt. Die natürlichen Habitate verschwinden und mit ihnen auch ihre Bewohner wie etwa der Orang-Utan, aber das ist der Agrosprit-Industrie und den verantwortlichen Politikern anscheinend völlig egal.

Auf die jetzige Anfrage des Umweltinstitutes verweisen das Bundesverkehrsministerium und das Bundesumweltministerium nur auf die sogenannte Nachhaltigkeitszertifizierung. Diese sorgt allerdings lediglich dafür, dass zwar vermehrt heimisches Rapsöl in den Tank wandert, im Gegenzug aber verstärkt Palmöl im Lebensmittelbereich zum Einsatz kommt. Das ist aus Umweltsicht reine Augenwischerei! Und im Bereich des Verkehrs hat man sich auf die gesteigerte Effizienz der Motoren beschränkt. Dabei wäre ein grundsätzliches Umdenken nötig, da Effizienzgewinne sofort vom ständig steigenden Wachstum des Straßen- und Luftverkehrs zunichte gemacht werden. Es müssten wirklich nachhaltige Mobiliätskonzepte entwickelt werden (mit einer deutlichen Verlagerung hin zu öffentlichen Verkehrsmitteln). Dem verantwortungsvollen Bürger bleibt derzeit nur der Verzicht auf E 10, vielleicht erfolgt dann irgendwann ein Umdenken.

Partei Mensch Umwelt Tierschutz, LV Bayern – 12.05.2012
Quelle: www.umweltinstitut.org
Foto: www.regenwald.org

 

Aufklärungskampagne der Albert-Schweitzer-Stiftung

40 Millionen männliche Küken – Brüder der Legehennen – werden in Deutschland jedes Jahr direkt nach dem Schlüpfen vergast oder lebendig in große Schredder geworfen. Die Stiftung startet hierzu eine Aufklärungskampagne.
Um Konsumenten über das Schicksal der Brüder der Legehennen zu informieren, hat die Albert Schweitzer Stiftung gemeinsam mit internationalen Partnern die Webseite www.wegwerfküken.de erstellt. Kernbotschaft der Seite: »Wenn alle Deutschen ein Ei pro Woche weniger essen, retten wir damit 16 Millionen Küken das Leben.«
Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz verurteilt diese sinnlose Form des massenhaften Tötens genauso und fordert die Konsumenten auf, den Eierkonsum drastisch zu reduzieren oder einzustellen. Es gibt mittlerweile viele Möglichkeiten, Eier gerade beim Kochen oder Backen zu ersetzen. Und jedes einzelne gesparte Ei hilft!
Partei Mensch Umwelt Tierschutz, LV Bayern – 8.04.2012
Quelle/Foto: www.albert-schweitzer-stiftung.de

 

Geflügelquälern droht nun doch Strafe

Generalstaatsanwaltschaft ermittelt weiter

Wie die taz online berichtet, wird nun das Verfahren wegen massiver Tierquälerei gegen die Chefs und mehrere Mitarbeiter des Wiesenhof-Konzerns, das von der Staatsanwaltschaft Verden wegen angeblich „rechtswidrig“ aufgenommenen Beweisvideos eingestellt worden war, nun doch weiterverfolgt. Die Generalstaatsanwaltschaft Celle stufte die Vergehen nun als so schwerwiegend ein, dass es kein Beweisverwertungsverbot geben kann.
Ob und wieweit die Beschwerde der Tierrechtsorganisation Peta sowie die Ausstrahlung eines Berichts durch Report Mainz zu dieser Wendung beigetragen haben, steht natürlich nicht fest. Entscheidend ist aber, dass dieser Fall eine wichtige Richtungsänderung bedeuten könnte, da man kommerziellen Tierquälern in der Regel nur durch verdeckte Ermittlungen und Beweisaufnahmen beikommen kann.

Bleibt nur zu hoffen, dass auch das Urteil in diesem Fall richtungsweisend ausfällt.

Partei Mensch Umwelt Tierschutz, LV Bayern – 7.04.2012
Quelle: http://www.taz.de/Gefluegelfarm-Wiesenhof/!91066/
Foto: www.soylent-network.com

 

Ostern ohne Kaninchenfleisch!

Mit zahlreichen Aktionen hat das Bündnis „KANINCHENMAST NEIN Danke!“ jetzt – kurz vor Ostern – wieder auf die schrecklichen Umstände aufmerksam gemacht, die in Deutschland in der Kaninchenmast herrschen. Seite 1995 hat sich der Verzehr von Kaninchenfleisch in Deutschland verdoppelt, aktuell leiden mehr als 25 Millionen Tiere unter den grausamen Haltungsbedingungen. Da es aktuell noch keinerlei spezielle Vorschriften bei der Haltung gibt, werden sie in den Mastbetrieben meist in Gitterboxen gehalten auf einer Fläche, die einem A4-Blatt entspricht. Tageslicht, Aufrichten, Hoppeln, Graben – alles Fehlanzeige.
Leider ist auch der groß angekündigte Gesetzentwurf von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner kaum das Papier wert, auf dem er steht. Denn die Grundbedürfnisse werden weiterhin ignoriert, lediglich etwas mehr Platz ist vorgesehen. Nach wie vor hat der Bürger, dem diese Zustände nicht egal sind, nur eine Möglichkeit: Boykottieren Sie Kaninchenfleisch! Gerade zu Ostern hat der Verbraucher verstärkt die Möglichkeit, seinen Unmut durch Nichtkauf zu äußern.

Am Besten wäre es natürlich, immer öfter auf vegetarisch/vegane Alternativen umzusteigen, da es leider für alle anderen Nutztiere in Deutschland auch nicht viel besser aussieht.

Partei Mensch Umwelt Tierschutz, LV Bayern – 06.04.2012
Quelle: www.kaninchenmast.info

 

La Niña sorgte für Kühle, die Erderwärmung geht trotzdem weiter

Manche denken immer noch, der Klimawandel passiere irgendwann in ferner Zukunft. Und wenn es – wie im Jahr 2011 – mal nicht so warm war, kann man das Problem auch leicht verdrängen.
Laut Angaben der WMO (Meteorologische Weltorganisation) findet der Klimawandel aber jetzt statt. 2011 war „nur“ das elftwärmste Jahr seit Beginn der Messungen und dafür war lediglich das Wetterphänomen La Niña verantwortlich. Allerdings war es das wärmste Jahr mit La Niña. Die 10 wärmsten Jahre lagen zwischen 1998 und 2010. Aussagekräftig ist diese Auswertung deshalb, weil das WMO die Daten verschiedener voneinander unabhängigen Instituten in ihre Bewertung einbezieht.

Es wäre also allerhöchste Zeit, den weltweiten Kampf gegen die Klimaerwärmung aufzunehmen. Dabei ist die Reduzierung bzw. der Verzicht auf Fleisch eine gewaltige Möglichkeit für den Konsumenten, positiv auf den Klimawandel einzuwirken. Ist doch die weltweite Nutztierhaltung mindestens für 18 % der klimaschädlichen Treibhausgase verantwortlich, mehr als der gesamte Verkehr zusammengenommen.

Partei Mensch Umwelt Tierschutz, LV Bayern, 25.03.2012
Quelle: www.sueddeutsche.de -  http://goo.gl/0uXGN
Foto: www.istockphoto.com

 

Energiewende dank Röttgen & Rösler in Gefahr

Subventionierung weiterhin nur zugunsten der großen Konzerne

Wie das Münchner Umweltinstitut (www.umweltinstitut.org) in einer Pressemitteilung vom 29.02.2012 treffend formuliert, ist wohl den großen Energiekonzernen bereits seit längerer Zeit die Tatsache ein Dorn im Auge, dass der Anteil an Erneuerbaren Energien in Deutschland stetig wächst. Allein die Photovoltaikanlagen, die bereits einen Anteil von mehr als 5% der gesamten Stromversorgung ausmachen, sorgen dafür, dass Atom- und Kohlestrom nicht mehr ungehindert ins Netz eingespeist werden können.
Aus diesem Grund hat die schwarz-gelbe Koalition mal wieder den Interessen der Energieriesen den Vorrang gegeben und die Subventionierung der privaten Solaranlagen massiv zurückgefahren. Der „kleine“ Bürger, der sich an der Energiewende aktiv beteiligen möchte, bekommt dies negativ zu spüren.
Bleibt nur zu hoffen, dass dieser Fehler, der die Entwicklung hin zu umweltfreundlichem Strom massgeblich behindert, baldmöglichst rückgängig gemacht wird. Allerspätestens natürlich nach den kommenden Bundestagswahlen...

Partei Mensch Umwelt Tierschutz – LV Bayern, 02.03.2012
Quelle: http://goo.gl/YGywd
Foto: www.istockphoto.com

 

Hirnlose Hennen

Bislang nur Kunstobjekte auf einer britischen Ausstellung

Der Londoner Student André Ford hat bei der Kunstausstellung der School of Architecture eine Installation gezeigt, die, als das, was sie sein will, in Ordnung ist: eine Provokation. Seine Idee ist eine vertikal gebaute Hühnerfarm, in der möglichst viele Tiere auf engstem Raum zusammengepfercht werden könnten. Angeblich „artgerechter“ würde diese Haltungsform dadurch, dass den Tieren Teile des Gehirns entfernt würden (um keinerlei Sinneswahrnehmungen mehr zu ermöglichen) und die Füße zur Platzoptimierung. Versorgt würden die Tiere durch ein Schlauchsystem, die Muskeln würden durch Stromschläge angeregt. Hintergrund der Idee ist die Tatsache, dass sich laut Schätzungen der FAO (Welternährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) der Bedarf an Fleisch pro Kopf weltweit bis 2050 verdoppeln wird.

Eigentlich müsste bei so einer Aktion die Provokation gelingen und ein Aufschrei der Empörung durch die Bevölkerung gehen. Wer Tiere als Lebewesen betrachtet, die um ihrer selbst Willen ein Recht auf arttypisches Leben haben sollten, dem dreht es bei solchen Ideen schlicht den Magen um. Aber es wird ja anscheinend heute schon ernsthaft diskutiert, ob es ethisch vertretbar sei, blinde Hühner zu züchten, da diese unter den grausamen Haltungsbedingungen in der Massentierhaltung weniger leiden sollen. Das ist wohl die Perversion unserer Zeit, in der es nur um „mehr“, „besser“ und „größer“ geht. Anstatt darauf einzuwirken, dass der Pro-Kopf-Verbrauch an Fleisch reduziert wird, geht es nur noch darum, wie immer mehr und billiger produziert werden kann. Und das geht nur dadurch, dass Tiere wie Produktionseinheiten betrachtet werden. Einer Sache kann man Teile des Körpers skrupellos entfernen, kann sie gentechnisch so verändern, dass sie unseren Gaumenansprüchen genügt. Vielleicht sollte sich die Spezies Mensch mal ernsthaft darüber Gedanken machen, ob sie noch zur Natur passt!

Partei Mensch Umwelt Tierschutz – LV Bayern, 23.02.2012
Quelle: http://web.de, 16.02.2012
Foto: © Andrè Ford

 

Die Katze (von Asse) ist aus dem Sack

Rückholung des strahlenden Mülls doch unmöglich?

Noch immer beteuern die verantwortlichen Politiker, mit der geplanten Rückholung der radioaktiven Abfälle (mehr 120 000 Fässer) aus dem ehemaligen Salzbergwerk Asse II laufe alles planmäßig. Nun werden aber die Stimmen von zuständigen Experten immer lauter, dass dies wohl nur „Wunschdenken“ unserer Regierung sei.

ZEIT ONLINE berichtet in einem ausführlichen Artikel vom 20.02.2012 über die aktuelle Situation vor Ort sowie über die Gründe dafür, dass es mehr als unwahrscheinlich ist, dass die maroden Fässer, von denen man z.T. noch nicht einmal genau weiß, was sie enthalten, jemals wieder an die Oberfläche geholt werden können.
Ursprünglich sollte das Bergwerk bis 2015 geschlossen werden. Dann hieß es, bis spätestens 2025 sollte die Rückholung abgeschlossen sein. Mittlerweile steht aber schon eine Zahl von 2040 im Raum. Vor dem Hintergrund, dass die Schächte des Bergwerks für einen solch langwierigen Eingriff überhaupt nicht geeignet sind, fragt man sich schon, wie das Ganze über die Bühne gehen soll. Und über allem schwebt dann ja immer noch die Gefahr des „Absaufens“ der Grube, was eine deutliche Strahlenbelastung der Bevölkerung zur Folge hätte. In so einem Fall müsste man die Hohlräume schnellstmöglich auffüllen, was eine weitere Rückholung unmöglich machen würde.
Aber selbst wenn der Atommüll zurückgeholt werden könnte, wüsste man ja immer noch nicht, wohin damit. Ein sicheres Endlager gibt es nicht, deshalb würden die strahlenden Abfälle wohl auf unabsehbare Zeit in überirdischen Zwischenlagern geparkt werden.

Das Fazit: Kernkraft ist sowohl in der Phase der Energiegewinnung als auch in den „Jahrhunderten“ danach nur sehr schwer bis gar nicht beherrschbar. Da erscheint es mehr als fragwürdig, dass erst kürzlich von der Energiekommission der EU, bekanntlich unter der Führung des deutschen EU-Kommissars Günter Oettinger, der Neubau von 40 Kernkraftwerken in Europa propagiert wurde. Die Hypothek für unsere Kinder wird größer und größer...

Partei Mensch Umwelt Tierschutz – LV Bayern, 20.02.2012
Quelle:
http://www.zeit.de/2012/08/Atommuelllager-Asse/komplettansicht
Bildquelle: www.istockphoto.com

 

Unser Fleisch: viel Masse, wenig Klasse

Das Magazin „Stern“ hat recherchiert

Die Serie der Fleischskandale nimmt kein Ende. BSE, Altöl in Futtermiteln, Gammelfleisch, zuletzt multiresitente Keine auf Hühnerprodukten. Und nun auch auf Schweinefleisch. Bei unserer Untersuchung im Auftrag des Stern war jede vierte Packung kontaminiert. In Filet und Gehacktem aus Supermärkten und Discountern fanden sich Darmbakterien, die das Enzym ESBL produzieren, welches wiederum verschiedene Antibiotika unwirksam macht. Die Medikamentenmast in deutschen Ställen hat längst auch den Verbraucher erreicht. Wir züchten, stopfen und schlachten wie nie zuvor. In Deutschland wird mehr Fleisch produziert, als die Bundesbürger essen - viel Masse, wenig Klasse. Das macht Huhn, Pute und Schwein zwar billig, aber die Qualität leidet. Es ist ein Teufelskreis: mehr Ställe, mehr Tiere, mehr Krankheiten, mehr Arzneien.
Die Stern-Reporter Christine Elmer, Johannes Röhrig und Michael Streck recherchierten für ihren Report bei Schweinezüchtern, Veterinären, Lobbyisten und Politikern. Ihr Fazit: Die geplante Verschärfung des Arzneimittelgesetzes ist nur ein erster Schritt. Solange der Kunde lediglich die Wahl hat zwischen sehr teuer und sehr billig, wird sich nichts ändern. Der nächste Skandal kommt bestimmt.

Partei Mensch Umwelt Tierschutz
Quelle: Thomas Osterkorn, Chefredakteur vom „Stern“/ „Stern“ Nr. 7, 9.2.2012
Bildquelle: www.soylent-network.com

 

Wenn der Bock zum Gärtner wird

RWE-Manager stellt Klimawandel in Frage


Erst kürzlich ist das Buch „Die kalte Sonne“ von Fritz Vahrenholt erschienen, in dem ein RWE-Manager den derzeitigen Stand der Wissenschaft schlicht und ergreifend ignoriert. Frei nach dem Motto: „Was nicht passt, wird passend gemacht!“ werden die Fakten ganz einfach beiseite geschoben und - belegt durch eigene handverlesene Wissenschaftler – eine neue Klimatheorie aufgestellt, die dem eigenen Energiekonzern und Geldbeutel besser in den Kram passt.
Nicht umsonst wertet der IPCC (Weltklimarat der Vereinten Nationen) Daten und Fakten von vielen Forschern auf der ganzen Welt aus und präsentiert dann Ergebnisse, die drei verschiedene Kontrollstufen durchlaufen, bevor sie der Öffentlichkeit präsentiert werden. Nicht umsonst hat der IPCC sogar 2007 gemeinsam mit Al Gore den Friedensnobelpreis für seine Aufklärungsarbeit im Bereich der Klimaforschung erhalten.
Von Unabhängigkeit kann bei Vahrenholt allerdings keine Rede sein. Da werden, unterstützt von der BILD, fadenscheinige Argumente dafür ins Feld geführt, warum angeblich die Erneuerbaren Energien bei uns keinen Sinn machen. Was natürlich zur Folge haben würde, dass man wieder mehr auf das unkalkulierbare Kernkraft-Risiko setzen müsste oder auf die Kohlekraftwerke (die bekannten CO2-Dreckschleudern).

Vermutet werden kann allerdings, dass es einem Energieriesen wie RWE ganz einfach wehtut, dass viele einfache Bürger, Bürgergemeinschaften und Privatinvestoren zu Energielieferanten werden und damit den großen Konzernen Gewinne wegnehmen. Und nun wird versucht, im großen Rundumschlag gemeinsam mit der BILD, die warnenden Hinweise auf eine Klimaerwärmung einfach zu verteufeln oder in den Bereich des „Fragwürdigen“ zu ziehen.
Bleibt nur zu hoffen, dass genügend mündige Bürger sich ihr eigenes – von RWE unabhängiges – Bild machen und weiter verstärkt auf die Erneuerbaren Energien setzen.

Partei Mensch Umwelt Tierschutz, LV Bayern – 11.02.2012

 

Das schlechte Gewissen isst mit!

Psychologische Hintergründe der Fleischesser-Vegetarier-Beziehung

Jemand, der heutzutage in Deutschland nach einer der unterschiedlichen Formen des Vegetarismus/Veganismus lebt, ist definitiv nicht mehr allein. Bis zu 6 Mio. Menschen verzichten bei ihrer Ernährung zumindest auf Fleisch oder lassen auch noch Milchprodukte und Eier weg. Man wird auch nicht mehr als exotischer Spinner wie noch vor 20 Jahren angesehen, wenn man das Fleisch durch Tofu ersetzt.
Aber die Fleischesser in unserer Gesellschaft versuchen beharrlich, ihre eigene Einstellung zu rechtfertigen und das geht am besten, indem sie die eigentlich ethisch sinnvollere Ernährungsform lächerlich machen. Das haben amerikanische Psychologen erst kürzlich veröffentlicht. Die Abwehrreaktionen der Fleischesser werden dabei bereits durch die bloße Anwesenheit eines bewusst lebenden Vegetariers ausgelöst. Es bedarf gar keiner verbalen Vorwürfe.
Natürlich sind sich Menschen, die sich rein pflanzlich ernähren, darüber bewusst, das ihre Einstellung aus moralischer Sicht die bessere ist. Man denke nur an das globale Hunger- und Wasserproblem, die fortschreitende Klimaerwärmung und das unermessliche Tierleid, das in der modernen Nutztierhaltung produziert wird. Mit mehr Gemüse auf dem Teller tut man Gutes.
Aber es hilft niemandem, mit dem Finger auf die Fleischesser zu zeigen und sie zu verurteilen. Vor dem Hintergrund, dass die meisten Vegetarier und Veganer vorher auch mal irgendwann Fleisch gegessen haben, wäre das wohl auch nicht wirklich angebracht.

Vielleicht sollte aber der eine oder andere Fleischesser mal überlegen, ob er nicht hier und da mal – auch der eigenen Gesundheit zu liebe – das Fleisch, die Milch oder den Käse weglassen könnte. Dann würde er sich etwas Gutes tun, würde der Umwelt helfen und Tierleid vermindern. Und als positiven Nebeneffekt bräuchte er nicht mehr so stark das Gefühl haben, von den Vegetariern schief angesehen zu werden.

Partei Mensch Umwelt Tierschutz – LV Bayern, 9.02.2012
Quelle:  www.sueddeutsche.de (3.02.2012)

 

Ehrmann - „nichts macht mich mehr an“

Warum benötigt ein Joghurt-Hersteller das Antibiotikum Chloramphenicol? Darauf hat die Firma Ehrmann bisher nicht geantwortet.

25 bayerische Mastschweineanlagen wurden von dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gesperrt, nachdem das Medikament im Urin von Schweinen bei einer Routineuntersuchung entdeckt worden war. Derzeit sind diese „Höfe“ weiterhin gesperrt; die Betreiber hatten sich von der Firma Ehrmann sog. Weißwasser, was bei der Produktion von Molkereiprodukten anfällt und noch einige Milchbestandteile enthält, kostenlos abgeholt und dem Schweinefutter beigemischt. Chloramphenicol ist seit 1994 in der Mast von Tieren, die geschlachtet werden sollen, verboten.

Besorgt muss sich der Verbraucher jedoch fragen: Schweine dürfen Chloramphenicol nicht erhalten, wieso wird es aber in der Lebensmittelgewinnung eingesetzt? Ehrmann betont, Verbraucher seien nicht gefährdet worden.

Finden wir das beruhigend?

Partei Mensch Umwelt Tierschutz - LV Bayern, 24.01.2012

 

Erfolg für bayerische Umweltschützer

Der Baubeginn der dritten Startbahn für den Flughafen München (Baukosten 1 Milliarde Euro) verschiebt sich, oder, so hoffen die betroffenen Gemeinden und Umweltschützer, der Bau wird ganz abgelehnt.

Die Staatsregierung will die anhängigen Klagen gegen das Großprojekt abwarten. Darüber freute sich Hartmut Binger, Sprecher des Anti-Startplanbündnisses „Aufgemuckt“. Über 8500 Einwendungen gegen den Bau gingen bei der Bezirksregierung ein.

Sollte sie den Bau erlauben, wollen die Gegner weitere Aktionen starten: Unter anderem wollen sie Finanzminister Georg Fahrenschon und Oberbürgermeister Christian Ude jeweils zu Hause mit einem "Fluglärmgenerator" besuchen. Und den Politikern so zeigen, was auf die Anwohner zukommt.

Partei Mensch Umwelt Tierschutz - LV Bayern, 19.01.2012

Quelle: Starnberger Merkur vom 17.01.2012; Süddeutsche.de

 

Hühner - SoylentNetwork„Tiergerecht“ ist weiter

kein Thema beim BMELV

 

Anmerkungen zu dem geplanten Gesetzentwurf des BMELV zur Eindämmung der Antibiotika-Resistenzen

In einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) vom 10.01.2012 werden die geplanten Änderungen und Verbesserungen vorgestellt, die dafür sorgen sollen, dass der Verbraucher in Zukunft besser vor der Entstehung sogenannter Antibiotika-Resistenzen geschützt wird.

Darin spricht das Ministerium vollmundig davon, dass der Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung in Zukunft auf das „notwendige Maß“, das zur gezielten Behandlung von Krankheiten nötig ist, beschränkt werden soll. Außerdem sollen den Ländern weitreichende Befugnisse an die Hand gegeben werden, um durch verstärkte Überwachung und Kontrollen Missbrauch zu verhindern.

Mit keinem Wort – lapidar wird nur von einer Verbesserung der Haltungsbedingungen gesprochen, um eine Ansteckungsgefahr untereinander zu erschweren - wird in der Pressemitteilung allerdings darauf hingewiesen, dass das wirksamste Mittel, das auch verhältnismäßig leicht zu kontrollieren sei, eine massive Reduzierung der Bestandsdichte in den Tierproduktionshallen wäre – bis mindestens hin zur bäuerlichen Landwirtschaft. Denn damit würde man endlich auch mal etwas für den Tierschutz tun. Wichtig wäre auch eine Abkehr von den derzeit verwendeten Hühnerrassen, die nur daraufhin gezüchtet wurden, möglichst viel Brustfleisch in einer möglichst kurzen Zeit zu liefern. Die etwa 30 Tage, die so ein degeneriertes Huhn bis zur Schlachtreife zu leben hat, müssen halt – auch durch den Einsatz von Antibiotika – irgendwie „durchgestanden“ werden.

Aber da mit der billig produzierten Ware „Huhn“ sehr viel Geld verdient werden kann, steht zu befürchten, dass die derzeit von Bund und Ländern diskutierte Gesetzesänderung selbst im Falle, dass sie beschlossen wird, nicht viel Erleichterung für die Tiere aber auch kaum eine Reduzierung der steigenden Antibiotika-Resistenzen bringen wird. Dazu fehlt einfach der politische Wille der Verantwortlichen: Tierrechte und ökonomischer Erfolg lassen sich halt schwer unter einen Hut bringen. Daran wird auch die „Charta für Landwirtschaft und Verbraucher“, die auf der Grünen Woche in Berlin vorgestellt werden soll, nichts ändern. Denn um zu erkennen, dass es für Niemanden gut geschweige denn gesund sein kann, die Nutztiere auf engstem Raum qualvoll einzupferchen, braucht man eigentlich nur ein bisschen gesunden Menschenverstand.

Partei Mensch Umwelt Tierschutz – LV Bayern, 14.01.2012

Bildmaterial: "© www.soylent-network.com"

 
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